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Chemikalienpolitik und Schadstoffe, REACH
Wasch- und Reinigungsmittel
Letzte Änderung:
07.03.2011
Frühjahrsputz – Informationen zum umweltschonenden Einsatz von Reinigungsmitteln
Inhalt:
Was bedeutet „Nachhaltig Reinigen“?
Der bewusste Umgang mit Reinigungsmitteln sowie anderen Haushaltschemikalien ist ein wesentlicher Schritt zum nachhaltigen Einsatz der Produkte.
Wasch- und Reinigungsmittel werden täglich in den Haushalten eingesetzt. Auf Grund ihrer Allgegenwärtigkeit wird daher eine mögliche Gefährdung von Umwelt und Gesundheit durch ihre Verwendung häufig unterschätzt. Wasch- und Reinigungsmittel belastet das Abwasser erheblich mit Chemikalien. Zusätzlich können bei ihrer Anwendung allergene Substanzen in die Wohnung eingebracht werden.
Nachhaltigkeit in der Haushaltsreinigung bedeutet daher, dass die Reinigungsmittel eine hygienische Reinigung ermöglichen und gleichzeitig die Gesundheit und die Umwelt möglichst gering belasten. Neben den verwendeten Reinigungsmitteln und deren Inhaltsstoffen spielt dabei die sparsame Anwendung eine wesentliche Rolle.
Anforderungen an die Reinigungsmittel
In Deutschland werden pro Jahr ca. 220.000 Tonnen Haushaltsreiniger verkauft. Hinzu kommen noch ca. 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel. Die in diesen Produkten enthaltenen Chemikalien können Umwelt und Gesundheit unterschiedlich stark belasten.
Zur Umwelt:
Die in den Reinigungsmitteln enthaltenen Tenside sind inzwischen vollständig biologisch abbaubar. Andere enthaltene Inhaltsstoffe wie Phosphonate, optische Aufheller, Polycarboxylate, Koservierungsmittel, Silicone, Paraffine, Duftstoffen und Farbstoffe sind hingegen häufig biologisch schwer oder nicht vollständig abbaubar, können sich in der Umwelt und in Organismen anreichern und Gewässerorganismen schädigen. Zusätzlich tragen bestimmte Inhaltstoffe, wie z. B. Phosphor- oder Stickstoffverbindungen, zu einer Überdüngung der Gewässer (Eutrophierung) bei. Darum sollten Reinigungsmittel im Idealfall möglichst frei von derartigen Stoffen, zumindest jedoch arm an ihnen sein.
Auf folgende Reinigungsmittel sollte daher verzichtet werden, da sie im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln oder -methoden als stärker umweltbelastend zu betrachten sind:
- Chlorhaltige Sanitärreiniger,
- WC- Reiniger mit anorganischen Säuren.
Auch auf chemische Abflussreiniger kann meist verzichtet werden, wenn der Abfluss mechanisch mit Saugglocke, Bürste oder Spirale gereinigt wird. Dadurch kann ein Eintrag von Chemikalien in das Abwasser vollständig vermieden werden. Verschiedene dieser mechanischen Rohrreiniger besitzen sogar den Blauen Engel.
Grundsätzlich sollten Bürsten, Mikrofasertücher, Fensterabzieher und andere mechanische Hilfsmittel zum Einsatz kommen, da diese die Reinigung unterstützen und dadurch zur Verringerung des Einsatzes von Chemikalien beitragen.
Gelegentlich kann grober Schmutz, z. B. Sand, vom Boden sogar allein mit Besen, Handfeger und Kehrblech beseitigt werden.
Zur Gesundheit:
Reinigungsmittel enthalten je nach Anwendungsbereich auch gesundheitsschädliche Stoffe oder können sogar als Produkt selbst als gefährlich eingestuft sein. Daher sind auf der Verpackung Hinweise zu den Inhaltsstoffen sowie zu möglichen Risiken des Produktes gegeben.
Auf folgende Reinigungsmittel sollte daher verzichtet werden, da sie im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln oder -methoden als stärker gesundheitsbelastend zu betrachten sind:
- Stark saure oder stark alkalische Reiniger können bei unsachgemäßer Anwendung Hautreizungen oder sogar Verätzungen verursachen. Daher sollten die verwendeten Reinigungsmittel (möglichst) nicht stark sauer oder stark alkalisch sein. Beachten Sie daher die Gefahrstoffkennzeichnung der Produkte.
- Flüchtige Lösemittel verschlechtern die Innenraumluftqualität. Daher sollten die verwendeten Reinigungsmittel bevorzugt lösemittelfrei sein. Wenn doch Lösemittel eingesetzt werden müssen, dann kräftig lüften.
- Auf den Einsatz von Raumsprays, Duftspendern und anderen „Raumbeduftungsmitteln“ sollte möglichst ganz verzichtet werden. Meist hilft bereits kurzes Lüften, um schlechte Gerüche zu beseitigen.
Praktische Tipps für den Alltag
Wer sparen möchte, aber auch etwas für die Umwelt tun will, kann sich bei unseren Tipps ein paar Anregungen für ein sauberes Ergebnis holen:
Tipp 1: Machen Sie es gleich.
- Frischer Schmutz lässt sich leichter entfernen als eingetrockneter Schmutz. Daher sollten Sie Schmutz sofort entfernen.
- Angebranntes, Saucenflecken und andere Verschmutzungen am Herd und im Backofen sollten Sie möglichst vor der nächsten Nutzung entfernen, damit diese nicht stärker einbrennen können.
- Die Duschkabine und die Armaturen sollten Sie nach der Benutzung abtrocken – das verhindert Kalkflecken und reduziert den späteren Reinigungsaufwand.
Tipp 2: Achten Sie auf die Hygiene.
- Feuchte Textilien wie Spülschwämme und Geschirrtücher sind Nährböden für Keime aller Art. Diese Textilstücke sollten nach Gebrauch umgehend zum Trocknen aufgehängt werden. Zusätzlich das Spül- und Trockentuch regelmäßig wechseln und bei 60 °C waschen.
- Auch die Hände übertragen Keime! Daher sind vor der Zubereitung von Speisen und nach jedem Toilettengang die Hände mit Wasser und Seife zu waschen und gründlich abzutrocknen.
- Verzichten Sie grundsätzlich auf Desinfektionsmittel im Haushalt. Zur Entfernung der normalen Verschmutzungen in Küche, Bad und WC ist eine Desinfektion nicht notwendig.
Tipp 3: Beachten Sie die Dosierung!
- Lesen Sie die Dosieranweisung auf der Verpackung. Zu großzügiges Abmessen verursacht Putzstreifen und belastet unnötig Haushaltskasse und Umwelt.
Tipp 4: Umweltschutz ohne großen Aufwand.
- Verwenden Sie bevorzugt Reinigungsmittel-Konzentrate. Konzentrate sparen aufgrund ihres geringeren Volumens Verpackungsmaterial. Angenehmer Nebeneffekt: Sie müssen nicht so viel Gewicht tragen.
- Verwenden Sie möglichst Reinigungsmittel mit dem EU-Umweltzeichen, der „Euroblume“. Eine Aufstellung der Zeichennehmer finden Sie beim Katalog zum europäischen Umweltzeichen.
- Entkalken Sie regelmäßig die Kaffeemaschine und den Wasserkocher. Eine Kalkschicht behindert die Wärmeabgabe der Heizstäbe an das Wasser und erhöht dadurch den Stromverbrauch.
Tipp 5: Schonen Sie die Haushaltskasse.
- Beschränken Sie sich bei der Auswahl ihrer Reinigungsmittel. Mit einem Allzweckreiniger, einem Handspülmittel, einer Scheuermilch, und einem sauren Reiniger auf Basis von Zitronensäure lässt sich der gesamte Haushalt reinigen.
- Machen Sie einen Vergleich zwischen Preis und Leistung der Produkte. Reinigungsmittel-Konzentrate erscheinen auf den ersten Blick auf die Menge bezogen teurer, sind jedoch ergiebiger in der Zahl der Anwendungen und somit häufig preiswerter im Preis-Leistungs-Verhältnis.
Tipp 6: Sorgen sie möglichen Unfällen mit Reinigungsmitteln vor.
- Bewahren Sie Reinigungsmittel außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
- Bewahren Sie Reinigungsmittel wegen der Verwechslungsgefahr nicht in die Nähe von Getränkeflaschen auf.
- Füllen Sie Reinigungsmittel in keinem Fall in Getränkeflaschen um. Die Reinigungsmittel könnten mit Lebensmitteln verwechselt und dadurch getrunken werden.
- Lesen Sie die Anwendungs- und Sicherheitshinweise auf dem Etikett vor der Anwendung.
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