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Letzte Änderung: 15.05.2012
Die ersten Ergebnisse einer bundesweiten, repräsentativen Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS) stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bundesoberbehörden des Robert Koch Instituts und des Umweltbundesamtes am 25. September 2006 im Robert Koch-Institut in Berlin der Öffentlichkeit vor. Mehr als 17.600 Heranwachsende im Alter zwischen null und 17 Jahren waren im Zeitraum von drei Jahren befragt und untersucht worden. Die europaweit einmalige Studie befasst sich unter anderem mit akuten und chronischen Krankheiten bei Kindern, ihrer psychischen Gesundheit, ihrem Freizeit- und Essverhalten. Ergänzt wird die Untersuchung durch drei vertiefende Betrachtungen einzelner Themengebiete: „BELLA” befasst sich mit der seelischen Gesundheit, „MoMo” mit der motorischen Entwicklung und der „Kinder-Umwelt-Survey” (KUS) mit den Umweltbelastungen, denen Kinder ausgesetzt sind. Den KUS führt das Umweltbundesamt durch.
Für den Kinder-Umwelt-Survey untersuchte das Umweltbundesamt 1.790 Kinder zwischen drei und 14 Jahren auf Umweltbelastungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überprüften in ihrer repräsentativen Studie, ob Belastungen durch chemische Schadstoffe, Schimmelpilze oder Lärm nachweisbar sind. Sie analysierten dazu Blut-, Urin-, Innenraumluft-, Hausstaub- und Trinkwasserproben, führten Schallpegelmessungen, Hörtests und Befragungen durch.
In einem zwischen 1990 und 1992 durchgeführten Umwelt-Survey hatte das Umweltbundesamt bereits neben Erwachsenen auch Kinder untersucht; die aktuellen Ergebnisse zeigen daher einen Trend der Umweltbelastungen von Kindern an. Bei den zwischen 2003 und 2006 untersuchten Kindern fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deutlich geringere Belastungen mit Blei, Quecksilber, PAH und PCP als 1990/92. Vergleichbar niedrige Bleiwerte in Blut wurden nur in Schweden gemessen. Die gesunkenen Belastungen mit diesen Substanzen sind das Ergebnis umwelt- und gesundheitspolitischer Maßnahmen in Deutschland – etwa dem Verbot von Blei in Benzin und dem Austausch bleihaltiger Wasserleitungen.
Die Belastung unserer Kinder durch das Passivrauchen ist dem KUS zufolge hingegen seit 1990/92 nicht gesunken, sondern eher noch gestiegen. Etwa 50 Prozent der Heranwachsenden leben demnach zurzeit in Haushalten mit mindestens einer rauchenden Person. Die Menge an Cotinin – einem Abbauprodukt des Nikotins – im Urin deutet darauf hin, dass die Kinder heute sogar im Mittel stärker durch Passivrauchen belastet sind als früher. In knapp der Hälfte der Haushalte, in denen Kinder leben und in denen die Bewohnerinnen und Bewohner täglich rauchen, wird zudem der zukünftige EU-Grenzwert für Benzol in der Außenluft überschritten. Benzol gilt als krebserregend.
Das Umweltbundesamt hat die Kinder auch auf Sensibilisierungen gegenüber bestimmten Substanzen getestet. Unter anderem darauf, ob die Kinder gegenüber bestimmten Schimmelpilzen sensibilisiert sind, die hauptsächlich in Innenräumen vorkommen und die in den routinemäßig eingesetzten Allergietests nicht erfasst werden. Das Ergebnis: Rund zehn Prozent der getesteten Kinder sind gegenüber mindestens einem der untersuchten Schimmelpilze sensibilisiert, das heißt sie haben Kontakt mit den Schimmelpilzen gehabt und eine immunologische Reaktion auf sie gezeigt.
Im so genannten Screening-Hörtest zeigte sich, dass rund 13 Prozent der untersuchten Kinder bei mindestens einer Testfrequenz einen Hörverlust von mehr als 20 Dezibel aufweisen, 2,4 Prozent sogar von mehr als 30 Dezibel. Das bedeutet, sie benötigten einen um mehr als 20 beziehungsweise 30 Dezibel höheren Schallpegel als die anderen, um den Testton hören zu können. Freizeitlärm könnte eine der Ursachen für diese Hörverluste sein.
Die Studie KiGGS und ihre Module werden weiter ausgewertet, die Ergebnisse voraussichtlich im Mai 2007 im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht.