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Letzte Änderung: 27.01.2012
„Deutschland zeigt, dass die Kyoto-Verpflichtungen umsetzbar sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg der Treibhausgasminderung erfolgreich weiter gehen können, wenn wir Energieeffizienz und Erneuerbare Energien beherzt voranbringen“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA. Aus dem neuen Nationalen Inventarbericht geht hervor, dass seit 1990 pro Jahr durchschnittlich 295 Millionen Tonnen Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre gelangt sind. Das entspricht einem Rückgang um fast 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990.
Deutschland beteiligt sich an einer Vielzahl von internationalen Beobachtungsprogrammen, die aus den Anforderungen der Genfer Luftreinhaltekonvention entstanden sind. Ziel ist, das Gefährdungspotenzial von Luftschadstoffen für Gesundheit, Ökosysteme und Materialien zu erforschen und zu erfassen. Die Ergebnisse werden in der Arbeitsgruppe Wirkungen zusammengeführt, die in diesen Tagen zu ihrer 30. Sitzung zusammentrifft.
Eine internationale Expertengruppe hat erstmals die durch reaktiven Stickstoff verursachten Schäden grob abgeschätzt; sie belaufen sich demnach in Europa auf zwischen 70 und 320 Milliarden Euro pro Jahr. Diesen und weitere Aspekte der Stickstoffproblematik auf europäischer Ebene beleuchtet das Mitte April 2011 in Edinburgh vorgestellte „European Nitrogen Assessment“ (ENA).
Reaktiver Stickstoff ist einerseits ein lebensnotwendiger Nährstoff, andererseits ein Schadstoff für Mensch und Umwelt. Erwünscht auf dem Acker als Dünger, wird er z.B. als Stickstoffdioxid in der Luft zu einer Gefahr für die Gesundheit. Diese unterschiedlichen Wirkungen, die wichtigsten Quellen und die Möglichkeiten zur Reduzierung der Einträge reaktiver Stickstoffverbindungen in die Umwelt werden in der neuen Broschüre des UBA vorgestellt.
Inwieweit schädigen Stickstoffeinträge im Zusammenspiel mit dem Klimawandel die Wälder? Eine neue Modellkombination, dargestellt in vier Teilberichten eines Forschungsprojektes im Auftrag des UBA, ermöglicht die Prognose der Veränderung von Bodeneigenschaften, Stoffflüssen und der Biodiversität bis 2050. Zwischenergebnisse des Projektes wurden 2009 auf einem Experten-Workshop im UBA diskutiert.
Stickstoffemissionen aus Landwirtschaft, Verkehr, Energiesektor und Industrie gefährden die Biodiversität, belasten Gewässer und erhöhen Treibhausgas- und Feinstaubkonzentrationen. Die Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen nutzt zahlreichen Umweltzielen. Die Landwirtschaft hat ein großes Emissionsminderungspotenzial bei gleichzeitiger Kosteneffizienz .
Seit 1. Januar 2012 dürfen in Heidenheim und Urbach nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette einfahren (neue Umweltzonen). Die Umweltzone Pleidelsheim ging in Pleidelsheim-Ingersheim-Freiberg auf. Viele Städte in Baden-Württemberg und Bayern lassen die rote Plakette nicht mehr zu. In Frankfurt a.M., Osnabrück und Stuttgart ist nur noch die grüne zulässig, in München ist das ab 1. Oktober 2012 der Fall. Die neue Umweltzone Ruhrgebiet vereint neue mit bestehenden Umweltzonen (Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Herten, Mülheim, Oberhausen und Recklinghausen). Auch in Hagen wurde zu Jahresbeginn eine Umweltzone errichtet.
Für die Aufstellung von Luftreinhalteplänen ist es notwendig, Immissionsprognosen zur Verursacheranalyse sowie zur Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen durchzuführen. Um die Anwendbarkeit verschiedener Prognoseansätze zu prüfen, hat das UBA die Eignung solcher Modellketten zur Berechnung der NO2-Konzentrationen untersuchen lassen.
Stickstoffverbindungen aus Landwirtschaft, Industrie, Haushalt und Verkehr werden über die Luft transportiert und schädigen Land- und Wasserökosysteme. Im nun abgeschlossenen MAPESI-Vorhaben wurden die atmosphärischen Einträge von Stickstoff und Schwefel für die Jahre 2005 bis 2007 ermittelt. Auf 75 Prozent der Fläche liegen die Einträge noch immer über den Werten, die langfristig verträglich sind (Critical Loads). Prognosen zeigen, dass ohne zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsminderung kritische Werte auch 2020 noch deutlich überschritten werden.
Menschliche Aktivitäten erhöhen in der Atmosphäre nicht nur den Gehalt der gut bekannten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O) sondern führen auch zur Freisetzung weiterer klimawirksamer Gase. Die an den Luftmessstationen des Umweltbundesamtes erfassten Daten zeigen seit einigen Jahren einen beschleunigten Anstieg von Schwefelhexafluorid (SF6) in der Atmosphäre, eine aktuelle Veröffentlichung belegt dies auch für Stickstofftrifluorid (NF3). Eine Tonne dieser Gase hat ein um mehr als das 10.000fache höheres Treibhauspotential als eine Tonne CO2.
Die Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten ist weiterhin zu hoch. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird Jahr für Jahr an etlichen Messstationen an mehr als den zulässigen 35 Tagen pro Jahr überschritten. Um die Feinstaubbelastung wirksam zu senken, empfiehlt das UBA konkrete Maßnahmen – basierend auf umfassenden Erkenntnissen über Entstehung und Entwicklung.