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Letzte Änderung: 27.03.2012
Zu den fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) gehören teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (H-FKW), vollfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid. Diese Stoffe werden in einer Vielzahl von Anwendungen, wie beispielsweise als Kältemittel, bei der Herstellung bestimmter Schaumstoffe oder in Aerosolen eingesetzt. Fluorierte Treibhausgase haben ein zum Teil sehr hohes Treibhauspotential und tragen damit zur Erderwärmung bei.

Quelle: Flyer „Global projection of F-gas emissions shows high increase until 2050”
Global steigt der Bedarf stetig. Zum einen, weil damit ozonabbauende Stoffe ersetzt werden. Zum anderen weil der Bedarf an Kühlung stetig steigt. Die weltweiten Emissionen an F-Gasen werden auf etwa 4 Gt CO2 eq bis 2050 steigen, falls keine Minderungsmaßnahmen ergriffen werden. Der Beitrag der F-Gase zum Treibhauseffekt wird von 1,3% (2004) auf 7,9% bezogen auf die globalen direkten CO2 -Emissionen steigen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2010. Die Studie zu den globalen Emissionen unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit weiterer internationaler Maßnahmen zur Senkung der F-Gas-Emissionen, obwohl sie eher zu den Studien zählt, die eine moderate Steigerung der Emissionen annehmen.

Im Kurvendiagramm werden drei Szenarien für die Emissionen fluorierter Treibhausgase aus unterschiedlichen Anwendungen bis zum Jahr 2050 dargestellt. Ohne Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen zur Emissionsreduktion würden die Emissionen aus allen Anwendungen im Jahr 2050 bei etwa 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten liegen.
Durch eine vollständige Umsetzung der existierenden gesetzlichen Vorgaben kann diese Emissionsmenge halbiert werden. Durch weitere Maßnahmen, die einen weitgehenden Verzicht dieser Stoffe in neuen Anwendungen voraussetzen, könnten die Emissionen der sogenannten F-Gase auf 1,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten reduziert werden.
In Deutschland ist ein etwas anderer Trend zu erwarten. Die bisher geleisteten technischen und gesetzgeberischen Fortschritte und deren konsequente Umsetzung können die Emissionen fluorierter Treibhausgase mittelfristig senken. Durch einen stetig wachsenden Anlagenbestand könnte dieser Trend aber umgekehrt werden. Deshalb wurde ein „Mit weiteren Maßnahmen“ –Szenario betrachtet, in dem von einem klimaneutralen, weitgehenden Verzicht der Verwendung fluorierter Treibhausgase ausgegangen wird. Durch Ausschöpfung aller Möglichkeiten kann es zu einer nachhaltigen Reduzierung der Emissionen fluorierter Treibhausgase kommen.
Als Vertragsstaat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) ist Deutschland verpflichtet Emissionsinventare zu erstellen, zu veröffentlichen und jährlich fortzuschreiben. Im Zusammenhang mit den internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz muss Deutschland auch an die Europäische Kommission jährlich Emissionsdaten übermitteln.
Berichte über die Emissionen fluorierter Treibhausgase sind nicht mehr nur eine unverbindliche Zustandsbeschreibung und ein Instrument der Maßnahmenkontrolle. Sie sollen in Zukunft die Basis für den internationalen Handel auch mit diesen Emissionen schaffen. Es wird daher ein hoher Detaillierungsgrad, eine quantitative Angabe der Unsicherheiten der Emissionsdaten und eine lückenlose Dokumentation gefordert. Die Ermittlung der Emissionsdaten erfolgt daher in möglichst großer Übereinstimmung mit den IPCC Good Practice Guidance 2000.
Eine Übersicht über die Berichte zur Ermittlung der Emissionen von bestimmten fluorierten Verbindungen – der sogenannten F-Gase – gibt die nachfolgende Tabelle:
Titel |
Erscheinungsjahr |
Emissionen und Minderungspotential von H-FKW, FKW und SF6 in Deutschland (Daten 1995-1998) |
1999 |
2004 |
|
2005 |
|
2007 |
|
Emissionsdaten von H-FKW, FKW und SF6 für das Berichtsjahr 2006 und 2007 |
2009 |
| Emissionen fluorierter Treibhausgase in Deutschland 2008 | 2010 |