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Forschungsprojekte zu Flammschutzmitteln in Produkten

Letzte Änderung: 21.03.2011

Auf dieser Internetseite stellen wir Ihnen einige vom Umweltbundesamt initiierte Forschungsvorhaben und Aktivitäten zum Thema „Flammschutzmittel in Produkten“ vor.

Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel

Ziel des Gesundheits- und Umweltschutzes ist es, problematische Flammschutzmittel durch weniger problematische Flammschutzmittel oder durch nicht brennbare Materialien sowie veränderte Produktkonstruktionen zu ersetzen. Hierzu ist eine genaue Kenntnis der relevanten Flammschutzmittel, d.h. ihrer Einsatzmengen und Verwendungsmuster, ihrer toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften und ihrer technischen Eignung, notwendig. Darüber hinaus müssen diese Eigenschaften auch für die potenziellen Ersatzstoffe und –verfahren bekannt sein, damit beispielsweise nicht ein problematischer Stoff durch einen anderen problematischen Stoff ausgetauscht wird.

In dem Forschungsvorhaben Erarbeitung von Bewertungsgrundlagen zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel (Kurzfassung) wurden diese Fragen für 13 nach Mengenrelevanz, (öko)toxikologischer und technischer Bedeutung ausgewählte Flammschutzmittel geklärt und Empfehlungen für ihren Einsatz gegeben. Bei der Auswahl wurde auf eine große Bandbreite verschiedener chemischer Zusammensetzungen und Einsatzmöglichkeiten geachtet.

In Band I: Ergebnisse und zusammenfassende Übersicht werden Kriterien zur Bewertung der Flammschutzmittel entwickelt, die sich u.a. auf die Toxikologie / Ökotoxikologie, die Kreislauffähigkeit und die Substitutions- bzw. Minderungspotenziale beziehen. Danach erfolgt eine Stoffbewertung der 13 Flammschutzmittel auf der Grundlage dieses Bewertungsschemas. Zuletzt werden für ausgewählte Produkte der Stand der Technik beim Einsatz von Flammschutzmitteln, der aktuelle Trend und die möglichen Alternativen zusammengefasst.

In Band II: Flammhemmende Ausrüstung ausgewählter Produkte – anwendungsbezogene Betrachtung: Stand der Technik, Trend, Alternativen erfolgt die ausführliche Darstellung der ausgewählten Produktgruppen: Schienenfahrzeuge (Innenausbau und Außenteile aus UP-Harzen), Bauprodukte (Dämm- und Montageschäume aus Polyurethan), Kunststoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (Übersicht, duroplastische Leiterplatten, thermoplastische Außengehäuse), Textilien (Bezugsstoffe für Polstermöbel, Matratzen). Alternativen zu den eingesetzten Flammschutzmitteln werden angegeben, wobei es sich neben stofflichen Alternativen auch um Veränderungen in der Konstruktion der Geräte oder um die Absenkung teilweise unnötig hoher Brandschutzanforderungen handelt.

In Band III: Toxikologisch-ökotoxikologische Stoffprofile ausgewählter Flammschutzmittel sind die ausführlichen Stoffprofile der 13 untersuchten Flammschutzmittel dargestellt. Die dort angegebenen Daten bilden die Grundlage der in Band I durchgeführten Stoffbewertungen.

Nach Abschluss des Forschungsprojektes veranstaltete das Umweltbundesamt drei produktspezifische Workshops (Leiterplatten, IT- und TV-Außengehäuse, Dämm- und Montageschäume) über die erarbeiteten Maßnahmenvorschläge zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel. Eingeladen waren jeweils Experten aus der gesamten Hersteller- und Anwenderkette um die Maßnahmenvorschläge und aktuelle Trends zu diskutieren.

Emissionen von Flammschutzmitteln aus Produkten

Analysen von Hausstaub zeigen teilweise hohe Gehalte an Flammschutzmitteln. Erste Anhaltspunkte, inwieweit diese aus Gebrauchsgegenständen in der Wohnumwelt stammen könnten, liefert das Forschungsprojekt Emissionen von Flammschutzmitteln aus Bauprodukten und Konsumgütern. Dämm- und Montageschäume, IT-Geräte, Polstermöbel und Matratzen wurden in Emissionsprüfkammern auf Ausgasungen von Flammschutzmitteln untersucht. Bei den betrachteten Flammschutzmitteln handelt es sich um verschiedene bromierte Flammschutzmittel, halogenierte und halogenfreie phosphororganische Verbindungen sowie chlorierte Paraffine.

Analyeverfahren für Penta- und Octabromdiphtenylether in Erzeugnissen

Die Flammschutzmittel Pentabromdiphenylether (PentaBDE) und Octabromdiphenylether (OctaBDE) wurden im Jahr 2003 durch die europäische Richtlinie 2003/11/EG verboten. Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse mit einem Gehalt von mehr als 0,1 Gewichts-% PentaBDE oder OctaBDE dürfen nicht mehr in den Verkehr gebracht oder verwendet werden. Die Umsetzung des Stoffverbots auf Deutsches Recht erfolgte durch die Chemikalienverbotsverordnung zum 30.6.2004.

Zur Überprüfung des Stoffverbots sind geeignete Analyseverfahren notwendig. Daher hat das Umweltbundesamt im Rahmen eines Forschungsprojekts eine Analysemethode für PentaBDE und OctaBDE in Erzeugnissen entwickeln lassen, mit deren Hilfe sich der Grenzwert kontrollieren lässt. Die Methode wurde in einem internationalen Ringversuch validiert.

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