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Letzte Änderung: 10.08.2010
Die konventionellen Kraftstoffe sind im Verkehrsbereich die bedeutendsten Energieträger. Es handelt sich hierbei um Mineralölprodukte, denen verschiedenen Additive, wie Reinigungsadditive, Korrosionsinhibitoren oder Alterungsstabilisatoren, zugesetzt werden. Die umweltrelevanten Anforderungen an Otto- und Dieselkraftstoff, wie beispielsweise der Schwefel- und Benzolgehalt, sind in der EU-Richtlinie 98/70/EG vom 13. Oktober 1998 geregelt.
Dieselkraftstoff (Diesel, Gasöl/gasoil, DK) ist ein Gemisch von flüssigen Kohlenwasser-stoffen, die bei der Verarbeitung von Rohöl und Aufarbeitung von Rohölkomponenten in der Raffinerie als sogenanntes Mitteldestillat gewonnen werden. Im Vergleich zum Ottokraftstoff (Benzin) hat Diesel eine höhere Dichte und einen höheren Siedebereich. Dafür hat er eine geringere Flüchtigkeit und einen höheren Flammpunkt.
Dieselkraftstoff siedet zwischen 170°C und 370°C. Seine Zusammensetzung entspricht der von Heizöl EL (extra leicht).Wegen des Einflusses des Schwefels im DK auf die Partikel-emissionen wird dieser aber stärker entschwefelt.
Die umweltrelevanten Anforderungen an DK sind im Anhang II der Richtlinie 98/70/EG vom 13. Oktober 1998 (Richtlinie über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen....) geregelt und wurden über die DIN EN 590 und die 10. BImSchV (10. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes = Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualität von Kraftstoffen) in nationales Recht übernommen.
Da DK und Heizöl EL unterschiedlich besteuert werden, enthält Heizöl EL einen Farbstoff und einen Marker (eine Substanz, die noch in kleinsten Mengen nachgewiesen werden kann).
Die im DK enthaltenen Paraffine beginnen bei niedrigen Temperaturen
( < 0°C) auszukristal-
lisieren. Würden größere Kristalle entstehen, könnten
Filter und Düsen verstopft werden. Daher enthält Winterdiesel
spezielle Zusätze (Fließverbesserer), die die Gebrauchstauglich-keit
auch bei niedrigen Temperaturen sicher stellen.
Durch die zunehmende Entschwefelung verschlechterte sich das Schmierverhalten
des DK
(z.B. in bestimmten Einspritzpumpen). Der Zusatz kleiner Mengen
(50 - 1000 ppm) Fettsäuremethylester dient zur Erfüllung
auch dieser Qualitätsanforderung.
Weitere Additive im DK sind:
Zündverbesserer (meist Etylhexylnitrat / Isooktylnitrat)
erhöhen die Cetanzahl (ein Maß für die Zündwilligkeit)
des DK. Die Bedeutung der Cetanzahl zeigt die Abbildung Dieselkraft-
Stoff (Quelle: Aral).

^ Zylinderdruck
Zeitablauf [°KW] >
siehe auch: Diesel-Pkw
Ottokraftstoff, allgemein auch als Benzin bezeichnet, ist ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen (KW). Diese fallen in der Raffinerie bei der Aufarbeitung von Rohöl z.B. als Rohbenzin (Naphtha) und bei der Weiterverarbeitung von anderen Rohölfolgeprodukten an. Typische Prozesse dafür sind das katalytische, das thermische und das Hydrokracken. Hinzu kommt das Reformieren (Umstrukturierung von Molekülen) mittels Katalysatoren durch Dehydrierung, Isomerisierung oder Cyclisierung.
Die in der Raffinerie gewonnenen Vorprodukte werden Komponenten (Tab. 1) genannt. Sie werden z.T. weiter aufbereitet, u.a. durch Benzolextraktion, Entschwefelung oder Entaromatisierung.
Entsprechend den Anforderungen (Kraftstoffrichtlinie der EU: Richtlinie 98/70/EG vom 13. Okt. 1998 (Tab. 2) und den Normen DIN EN 228) werden die Komponenten dann zum Kraftstoff gemischt (Blending). Bei der Auslieferung von der Raffinerie wird dem Kraftstoff ein aufbereitetes Gemisch (Paket) von Additiven zugesetzt.
Downloads: Anhang I EG (PDF) Komponenten von Otto-Kraftstoffen (PDF)