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Letzte Änderung: 09.03.2011
Im Rahmen des OECD-Projektes „Environmentally Sustainable Transport (EST)“ wurden die Auswirkungen einer nachhaltigen Verkehrspolitik auf die Wirtschaft untersucht. In einem Nachhaltigkeitsszenario werden forcierter technologischer Fortschritt mit Verkehrsverlagerungs- bzw -verminderungsstrategien kombiniert. In diesem Szenario wird im Jahr 2030 dasselbe Verkehrsleistungsniveau wie im Jahr 1990 bewältigt (im Güterverkehr ist sogar ein Zuwachs von 20 % kalkuliert), jedoch mit hocheffizienten, emissionsarmen Fahrzeugen und in einer gänzlich anderen Aufteilung auf die Verkehrsmittel. Während nur noch ein Drittel des Personenverkehrs mit dem Auto abgewickelt wird, steigt die Verkehrsleistung der öffentlichen Verkehrsmittel um fast 300 %. Noch deutlichere Verlagerungen gibt es beim Güterverkehr. Schlüsselmaßnahmen zum Erreichen dieser Veränderungen sind zum einen Emissionsgrenzwerte für alle Fahrzeuge und Flugzeuge bezüglich NOX, VOC, Partikel und CO2 sowie für Lärm, zum anderen Mineralölsteuer - inklusive einer Kerosinsteuer - und Schwerverkehrsabgabe.
Zur Analyse der ökonomischen Wirkungen wurde ein Forschungsvorhaben an die Universität Karlsruhe, Prof. Rothengatter, vergeben. Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass eine Umorientierung der Verkehrspolitik keineswegs in eine ökonomische Krise führt. Trotz der unterstellten einschneidenden Maßnahmen sind die Effekte insgesamt eher gering. Negative Beschäftigungseffekte können ganz vermieden werden, wenn der Zeitrahmen über das Jahr 2030 hinaus gestreckt wird. Unter diesen Bedingungen zeigen alle untersuchten ökonomischen Kennziffern (Endnachfrage, Bruttosozialprodukt, Beschäftigung) positive Ergebnisse.