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Letzte Änderung: 10.08.2010
Hochwasser haben als Folge meteorologischer Ereignisse eine natürliche Ursache und sind eine feste Größe im Naturhaushalt. Eine Vielzahl gravierender anthropogene Eingriffe, die sowohl der Schaffung von Wirtschafts- und Siedlungsflächen als auch der Schiffbarmachung und der Intensivierung der Landwirtschaft dienten, führte in langjährigen Prozessen zum Verlust natürlicher Überschwemmungsgebiete und zur elementaren Veränderung des an die Landschaft und die jahreszeitlichen Rhythmen angepassten Abflussverhaltens der Gewässer. Hochwasserwellen fließen aufgrund der infolge Verkürzung und Begradigung der Flussläufe erhöhten Fließgeschwindigkeiten erheblich steiler und mit höheren Volumina pro Zeiteinheit ab.
Durch die in den letzten Jahren festgestellte Häufung von Hochwasserereignissen und den damit verbundenen Folgeschäden wurde eine Diskussion über die Entstehungsursachen entfacht (UBA TEXTE 18/98 bzw. 48/98). Im Vordergrund der Diskussion stand dabei die Frage, wie hoch der anthropogene Einfluss auf das Hochwassergeschehen zu bewerten sei.
Das Umweltbundesamt hatte daher eine Studie in Auftrag gegeben, deren Schwerpunkt auf der Betrachtung und Bewertung von Änderungen der Abflusseigenschaften mesoskaliger Einzugsgebiete lag. Dabei wurden insbesondere die Landnutzungsform (urbanisiertes Gebiet, Wald, Landwirtschaft) und deren Folgen, der Zustand der Vegetationsdecke und ein möglicherweise verändertes Niederschlagsdargebot sowie deren Interaktionsbedingungen berücksichtigt. Im März 2001 wurde der Abschlussbericht vorgelegt.
Die Studie ist Bestandteil des Vorhabens "Quantifizierung des Einflusses der Landoberfläche und der Ausbaumaßnahmen am Gewässer auf die Hochwasserbedingungen im Rheingebiet, unter bes. Berücksichtigung von Landbedeckung und möglichen Klimaänderungen" (LaHoR) im Rahmen des INTERREG II C-Programms zum vorbeugenden Hochwasserschutz in den Einzugsgebieten von Rhein und Maas (IRMA) der Europäischen Kommission (siehe auch: Aktuelles und Forschungsvorhaben).
Auch klimatische Faktoren beeinflussen Ausmaß, Häufigkeit und Zeitpunkt von Hochwasserereignissen wesentlich. Aufgrund der nach derzeitigem Wissensstand abgeschätzten Entwicklung des Klimas muss in Zukunft neben einer Erwärmung sowohl mit einer deutlichen innerjährlichen Verschiebung des Niederschlagsregimes als auch mit einer zunehmenden Variabilität im Bereich von Starkniederschlägen gerechnet werden, was zu einer Zunahme von Extremereignissen führen wird (siehe auch: Auswirkungen der Klimaänderung auf den Wasserhaushalt und Potential Consequences of Climate Change and Variability for the Water Resources: A Global Perspectiv).
Gleichzeitig erfolgt durch den Menschen eine Werteansammlung in hochwassergefährdeten Bereichen, womit eine Erhöhung der Gefahren und Schadensrisiken verbunden ist. Erst durch das Zusammenwirken dieser voneinander unabhängigen Mechanismen entstehen unter bestimmten Randbedingungen Hochwasserschäden.
Um diese künftig nachhaltig zu begrenzen, werden national wie international langfristig tragfähige Strategien auf Einzugsgebietsebene erarbeitet, die auf drei wesentlichen Säulen basieren: