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Letzte Änderung: 10.08.2010
Meeresökosysteme sind Senken für Stoffe, die über
die Atmosphäre und die Flüsse herantransportiert werden. Dazu gehören zahlreiche gefährliche Stoffe sowie die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat. Manche organische Schadstoffe bauen sich auf ihrem Transport nur sehr langsam ab und sind heute in teilweise beträchtlichen Mengen in der Meeresumwelt messbar, vor allem, soweit sie sich in Organismen und in Sedimenten anreichern. Bekannte Beispiele dafür sind Nachweise der als Flammschutzmittel genutzten polybromierten Diphenylether in Möweneiern, sowie in Geweben von Robben und Eisbären. Zu den gefährlichen Stoffen zählen PBT-Stoffe oder Stoffe mit vergleichbarem Gefährdungspotential (z. B. Schwermetalle sowie endokrin wirksame Stoffe). Die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat können zur Überdüngung (Eutrophierung) führen.
Die Überwachung der Konzentrationen gefährlicher Stoffe und Nährstoffe sowie biologischer Qualitätselemente in den Meeren erfolgt in Deutschland im Rahmen des Bund/Länder-Messprogramms für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (BLMP) durch Institutionen des Bundes und der Küstenländer. Das BLMP erfüllt auch die Berichtspflichten, die sich aus den Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebietes und des Nordostatlantiks sowie aus einschlägigen Richtlinien der Europäischen Union (EU) ergeben.
Ergebnisse der Überwachung zeigen beispielsweise, dass der Ostseehering durchschnittlich 3,5mal höhere Konzentrationen an Dioxin und dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenylen (PCBs) enthält als Hering, der nicht aus der Ostsee stammt. Für Lachs aus der Ostsee liegen die Konzentrationen 5mal höher als für Zuchtlachs.
Gründe für die besonders hohe Belastung der Ostsee mit Dioxinen und PCBs sind vor allem hohe (vergangene) industrielle Einträge (Verbrennungsprozesse, Papierindustrie, Chemieindustrie) und der geringe Austausch des Ostseewassers.
Im Rahmen von OSPAR und HELCOM entwickeln die beteiligten Vertragsstaaten indikative Verfahren und Kriterien, um beobachtete Schadstoffkonzentrationen als Qualitätsmerkmale bewerten zu können.
Folgende Aktivitäten werden zukünftig eine wesentlich fundiertere Bewertung des ökologischen Zustands der Meeresumwelt ermöglichen:
Weiterführende Informationen zum chemischen und biologischen Zustand der deutschen Meeresgewässer.