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Schutz der Meere

Letzte Änderung: 25.01.2012

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko – sind Chemikalien die Rettung vor der Ölpest?

Was sind Dispergatoren, wie wirken sie und wie schädlich sind sie?

Dispergatoren sind chemische Mittel, die zur Ölbekämpfung eingesetzt werden können. Der Einsatz von Dispergatoren ist gemäß Bonn- und Helsinkiabkommen für Nord- und Ostsee nicht zulässig.

Dispergatoren, wie die im Golf von Mexiko gegenwärtig eingesetzten Mittel Corexit EC9500A und EC9527A verringern die Oberflächenspannung von Öl. Dadurch bilden sich sehr kleine Öltropfen, die sich in der Wassersäule unterhalb der Oberfläche verteilen. Damit soll verhindert werden, dass Öl an die Küsten gelangt und dort besonders sensible Lebensräume, wie Korallenriffe und Mangrovenwälder beeinträchtigt werden.

Obwohl der Schaden an den Küstenökosystemen durch Dispergatoren reduziert werden kann, wird das Öl damit keineswegs tatsächlich aus dem Meer entfernt. Die Wirkung des Öls auf das Meeresökosystem wird durch Dispergatoren sogar verlängert. Dispergierte Öltröpfchen können von Meereslebewesen wie Fischen, Korallen und bodenlebenden Organismen leichter aufgenommen werden, was zu Beeinträchtigung der Organismen führen kann. So sind Inhaltsstoffe der Dispergatoren, wie 2-Butoxyethanol sowie mit Wasserstoff behandelte Erdöldestillate, ökotoxikologisch nicht unbedenklich.

Der Einsatz von Dispergatoren bewirkt darüber hinaus, dass flüchtige Benzolverbindungen nicht in die Atmosphäre entweichen, sondern in den Wasserkörper eingetragen werden. Daraus wird deutlich, dass der Einsatz dieser Chemikalien nur bei großer Wassertiefe mit entsprechendem Verdünnungseffekt gerechtfertigt werden kann.

Es ist mehr als fraglich, ob der Einsatz von Dispergatoren eine Umweltkatastrophe an der US-Golfküste noch verhindern kann. Die bereits ausgetretenen Mengen an Erdöl nehmen eine derart große Fläche ein, dass eine Bekämpfung mit Dispergatoren schon aus logistischen Gründen schwierig werden wird. Die Chemikalien müssen mit Schiffen oder Flugzeugen über eine riesige Fläche verteilt werden. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit des Einsatzes der Dispergatoren von zahlreichen weiteren Faktoren, wie der Viskosität (also der Zähflüssigkeit des Öls), den Windverhältnissen, den Wellenbewegungen, der Dicke des Ölteppichs und dem Salzgehalt des Wassers, abhängig. Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein großer Teil des Ölteppichs unter der Wasseroberfläche befindet.

Der gegenwärtige Einsatz von Dispergatoren stellt lediglich eine Möglichkeit dar, die Folgen der Ölverschmutzung an den Küsten des Golf von Mexiko zu begrenzen, dies jedoch nicht ohne negative Auswirkungen für die betroffenen Meeresökosysteme.

Aufgrund von Befürchtungen, dass Corexit langfristige Umweltschäden verursacht, ordnete die US -Umweltbehörde am Donnerstag, den 20.05.2010, entgegen einer früheren Entscheidung an, dass das bisher unter Wasser eingesetzte Corexit 9527A nicht mehr eingesetzt werden darf.

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