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Letzte Änderung: 10.08.2010
Quantitativ scheint Wasser in Deutschland eine schier unerschöpfliche Ressource zu sein, qualitativ haben jedoch die vielfältigen Gewässernutzungen, wie Wasserentnahme, Abwassereinleitung, Fischerei, Schifffahrt, Energiegewinnung und Badebetrieb, die Wasserbeschaffenheit und die Gewässerstruktur oft nachteilig verändert. Trotz der in den letzten 20 Jahren erzielten Erfolge im Gewässerschutz ist insbesondere unter Vorsorgeaspekten weiterer Handlungsbedarf angezeigt. Dies wird beispielsweise daran deutlich, daß, trotz erheblicher Reduktionen bei den punktförmigen Einleitungen von Schadstoffen, international vereinbarte Zielvorgaben für die Gewässerqualität nur zum Teil erreicht werden. Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat das Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe einen Vorschlag zur Vorbereitung eines nationalen Maßnahmenplanes Wasserwirtschaft entwickelt. Ein Teilergebnis der vorgelegten Studie ist die Identifizierung von Problembereichen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Für folgende wichtigen Themenfelder wurden Maßnahmenoptionen erarbeitet:
Als Basis für die Erarbeitung der Maßnahmenoptionen wurde die Studie zu Umweltqualitäts- und Umwelthandlungszielen im Gewässerschutz (UBA-Texte 63/96), die bestehende Belastungssituation in den Gewässern und der daraus abgeleitete Handlungsbedarf zur Erreichung der Zielvorgaben, zugrundegelegt.
Hieraus und aus den genannten Themenfeldern wurden ca. 70 Maßnahmen abgeleitet. Jede Maßnahme wurde im Anhang der Studie in Form eines Datenblattes charakterisiert. Die Datenblätter enthalten Angaben zu folgenden Merkmalen:
Am Beispiel der Reduktion von Stickstoffeinträgen erfolgte eine Priorisierung, Bündelung und Wirkungsabschätzung unterschiedlicher Maßnahmen. Dieses Beispiel wurde ausgewählt, da hier einerseits eine relativ gute Datengrundlage vorliegt und andererseits die Reduktion der Stickstoffeinträge eine hohe Priorität aufweist. Die Studie zeigt, dass es sich bei der Operationalisierung von Nachhaltigkeit um einen kontinuierlichen Prozess handelt, der von neuen Erkenntnissen und sich ändernden Akteurskonstellationen jeweils neu beeinflusst wird. Dafür soll die Studie als Diskussionsplattform dienen. Sie ermöglicht eine vergleichende Betrachtung der verschiedenen Maßnahmenoptionen und liefert für die fachliche und politische Auseinandersetzung eine rationale Basis. Die Realisierung einer nachhaltigen Wasserwirtschaft ist jedoch keine kurzfristig zu lösende Aufgabe, sondern erfordert einen über viele Jahre kontinuierlich zu betreibenden und ständig weiterzuentwickelnden Politikprozess. (II 2.1, II 2.2)