Wettbewerb Wir und die Zukunft: der grüne Blick

Themen

Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Aktuelles

Service

Verwandte Sachgebiete im UBA

 

Sie sind hier: Startseite > Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz - Aktuelles > Trinkwasser > Ressourcenschutz und Gewinnung > Ufer- und Langsamsandfiltration

Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Trinkwasser

Ufer- und Langsamsandfiltration

Letzte Änderung: 10.02.2012

Ufer- und Langsamsandfiltration sowie künstliche Grundwasseranreicherung sind naturnahe Verfahren der kombinierten Trinkwassergewinnung und –aufbereitung.

Uferfiltration bezeichnet die Wassergewinnung aus Brunnen, die zu einem erheblichen Anteil aus einem nahe gelegenen Fluss oder See gespeist werden, wobei das Wasser durch den Untergrund (meist Sande oder Kiese) gefiltert wird. Aufenthaltszeiten des Wassers im Untergrund liegen je nach Abstand vom Ufer, Pegelstand des Flusses, geologischen Verhältnissen, Ausbau und Förderleistung der Brunnen zwischen 3 Tagen und einem halben Jahr. In Deutschland gehen die Anfänge der gezielten Gewinnung von Uferfiltrat auf die Jahre 1870 bis 1880 zurück, wobei Schwerpunkte der Nutzung dieses Verfahrens am Rhein zwischen Sieg und Ruhr, an der Elbe zwischen Dresden und Torgau sowie im Berliner Raum liegen.

Langsamfiltration ist ein ähnlicher Prozess, jedoch in künstlich angelegten und meist deutlich kleiner dimensionierten Infiltrationsbecken. Dadurch sind die Aufenthaltszeiten deutlich geringer und liegen bei maximal 1 bis 2 Tagen. Sie wird primär zur Entfernung von partikulären Wasserinhaltsstoffen einschließlich Mikroorganismen verwendet, bewirkt jedoch ebenfalls eine – je nach Stoff unterschiedliche – Rückhaltung von Schadstoffen durch Adsorption und biologischen Abbau.

Bei der künstlichen Grundwasseranreicherung wird Oberflächenwasser über Sickerbecken oder –gräben in den Untergrund infiltriert, um dessen Reinigungsleistung zu nutzen und die möglichen Grundwasserentnahmemengen zu steigern. Sie wird zur Flusswasseraufbereitung beispielsweise an Elbe, Neckar, Neiße, Rhein und Ruhr genutzt.

Alle drei Verfahren der Untergrundpassage haben sich in der Praxis bewährt. Allerdings fehlt eine systematische wissenschaftliche Klärung der Bedingungen, unter denen auch die kleinsten Partikel unter den Krankheitserregern – die Viren – sowie Spuren persistenter und gut wasserlöslicher Stoffe (wie z.B. manche Arzneimittel) sicher entfernt werden.

Das Umweltbundesamt betreibt Forschung hierzu mit dem Ziel Praxiskriterien zur Bewertung der Sicherheit solcher Anlagen zu entwickeln. Neben der Durchführung von Feldstudien und Laborexperimenten betreibt es hierfür eine Anlage zur SIMulation von Ufer- und LAngsamsandFiltration (SIMULAF) im technischen Maßstab. Diese Anlage steht auch externen Nutzern als Gastwissenschaftler oder im Rahmen gemeinsamer – meist über Drittmittel finanzierter Forschungsprojekte – zur Verfügung.

Arbeitsschwerpunkte waren bisher Projekte zur Elimination von Cyanobakterientoxinen durch Ufer- und Langsamsandfiltration. Sie wurde im Rahmen eines großen Berliner Verbundprojekts (NASRI), das die Elimination von Schadstoffen und Krankheitserregern untersuchte, bearbeitet.

 

 

Startseite | Presse | Publikationen | Das Umweltbundesamt | Service & Kontakt | Daten | Jobs | Termine | Impressum | English | Sitemap